Sterilisationsvasektomie beim Mann

Ein Wort vorab...

Damit hier nicht der Eindruck entsteht, dass wir nur im eigenen Interesse über die Vasektomie berichten werden, möchte ich Sie ausdrücklich auf die Informationsseiten der Deutschen Gesellschaft für Urologie verweisen, die unabhängige und umfangreiche Informationen zu diesem Thema anbieten: www.urologenportal.de/sterilisation.html

"Daß die wichtigsten Dinge durch Röhren getan werden", notierte Lichtenberg. "Beweise erstlich die Zeugungsglieder, die Schreibfeder und unser Schießgewehr", fährt er fort und delegiert sodann das Urteil: "Ja, was ist der Mensch anders als ein verworrenes Bündel Röhren?"

Ängste!

Irgendwann stellt sich für viele Paare die Frage, wie es mit der Verhütung weitergehen soll. Das Paar möchte sein Vergnügen genießen, aber das Risiko, einen (verspäteten) Nachwuchs zu zeugen, ist immer noch vorhanden. Kondome erweisen sich als oft als Spaßbremse; die "Pille" birgt ernsthafte Risiken für die älter werdende Partnerin.

Eigentlich ist es nun an der Zeit für den Mann, endlich die Verantwortung für die weitere Familienplanung zu übernehmen. Aber wir reden hier auch über Männer, die bisweilen selber schon ernsthafte Probleme bekommen, wenn sie den Familienhund zur Kastration bringen sollen. Aber Stopp: Wir reden hier über die Sterilisation des Mannes und nicht über die Kastration!

Sterilisation - Kastration, was ist der Unterschied?

Bei der Sterilisation, oder auch Vasektomie, werden lediglich die Samenleitungen von den Hoden zur Prostata unterbrochen. Die Hoden und Hormonlieferanten selbst bleiben völlig unangetastet. Da die Samenflüssigkeit weiter in der Prostata erzeugt wird, bleibt der Samenerguss von außen betrachtet in Menge und Aussehen völlig unverändert. Lust- und Erektionsstörungen nach einem solchen Eingriff kommen selten vor, beruhen dann aber immer auf psychologischen Ursachen.

Eine Sterilisationsvasektomie ist ein für den Betroffenen meist völlig folgenloser Eingriff. Nur sehr selten treten in der Folgezeit leichtere Beschwerden im Bereich der Hoden auf. Egal wie gut der Operateur ist, die Natur versucht sich immer selber zu helfen: Ungefähr bei einem Mann von 200 Operierten kommt es in den ersten Monaten zu einer spontanen Rekanalisation, das bedeutet, dass sich die Samenleiter von selber bei der Heilung wieder verbinden. Eine Erfolgskontrolle der Operation wird somit notwendig: Nach zwei und vier Monaten sollte eine Samenprobe zur Untersuchung abgeben werden. In diesen beiden Proben sollten keine Samenfäden mehr nachweisbar sein. Erst danach ist ein ungeschützter Verkehr ohne Fortpflanzungsrisko möglich.

Der vergleichbare Eingriff bei der Frau hat zwei Nachteile. Die Rekanalisationsrate ist deutlich höher und der "Erfolg" der Operation ist nicht wie beim Mann nachprüfbar.

Dennoch sollte der Entschluss zu dieser Maßnahme wohl überlegt sein: Man(n) sollte schon sicher sein, dass er mit seiner Fortpflanzung abgeschlossen hat.

Endgültig?

Psychologisch wichtig ist die Tatsache, dass eine Sterilisationsvasektomie durchaus mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit rückgängig gemacht werden kann, wenn man sich an ein ausgewiesenes Zentrum wendet, welches einen solchen Eingriff schon öfter durchgeführt hat. Ein Referenzzentrum ist beispielsweise die Klinik von Prof. Schwarzer in Freising: www.refertilisieren.de

Was kostet eine Sterilisation beim Mann?

Im Zuge der Gesundheitsreform 2004 ist die Leistung der Sterilisation aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen worden. Auch Privatversicherte müssen die Sterilisationskosten nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) selbst tragen.

Die Kosten für Vorgespräch, Voruntersuchung und Operation betragen ca. 440 Euro und sind am OP-Tag bar oder via EC-Karte zu begleichen. Die Vorbesprechung kostet für Privatversicherte nach GOÄ ca. 50 Euro, wenn keine weitergehenden Untersuchungen nach Absprache notwendig sind. Manche privaten Kassen übernehmen diese Voruntersuchung, bitte im Vorfeld selber abklären.

Für die beiden notwendigen Nachuntersuchung sind dann noch jeweils ca. 38 Euro einzuplanen, die per Rechnung bezahlt werden können.

Mit den beiden erforderlichen Nachkontrollen sind somit ca. 515 Euro einzuplanen.

Im seltenen Fall einer gewünschten erweiterter Anästhesie kommen noch ca. 200 Euro für den Anästhesisten hinzu.

Zwischen der Aufklärung (Unterschrift und Einwilligung) und der Operation sollten immer mindestens 72 Stunden liegen.

Wie wird operiert?

Früher wurden die Samenleiter nach einem beherzten großen Schnitt (ca. 4 bis 6 cm) in den Hodensack aufgesucht und im Hodensack unterbunden. Dieses Verfahren führte oft zu länger bestehenden Schmerzen und Problemen.

Heute wird fast nur noch die "non scalpel vasectomy" mehr oder weniger abgewandelt durchgeführt. Hierbei werden beide Samenleiter direkt unter der Haut des Hodensacks mit einem chirurgischen Instrument fixiert und außerhalb des Hodensacks freipräpariert und durchtrennt. Die Hautschnitte sind meist nur 3 bis 4 mm groß. Es werden ca. 2-3 cm des Samenleiters entfernt, dann die verbleibenden Enden werden koaguliert ("elektrisch verlötet") und wie ein Spazierstockgriff umgenäht und verschlossen.

Trotz aller Sorgfalt verbindet sich in den nächsten Wochen ungefähr ein Samenleiter auf 200 Operationen wieder. In diesem Fall sollte eine Zweitoperation mit noch großzügiger Entfernung durchgeführt werden.

Obwohl der Eingriff nur unter einer örtlichen Betäubung durchgeführt wird, ist er fast völlig schmerzfrei. Auch in der Folge treten meist nur leichte Beschwerden auf, wie nach dem Aufprall eines Fußballs. Meist sind diese leichten Beschwerden nach einigen Tagen völlig abgeklungen. Auf größere körperliche Belastungen sollte dennoch in den ersten Tagen nach Operation verzichtet werden.

Wie bekomme ich einen Termin zur Vorbesprechung?

Ich interessiere mich für eine Sterilisation in Ihrer Praxis. Wie kann ich Kontakt aufnehmen?

  1. Kontaktformular als PDF (102 KB) zum Download (Fax/Mail/Brief)
  2. Fragen Sie einen Termin per Mail an.
  3. Telefon (Bitte weisen Sie am Telefon auf den Wunsch einer Sterilisationsvasektomie hin.)

Wichtig: Kombinierte Termine z.B. mit Krebsvorsorge sind aufgrund des erhöhten Zeitaufwandes nicht möglich.

Hinweise zum Datenschutz

Ist auch eine weitergehende Anästhesie möglich?

Der Eingriff ist auch unter reiner Lokalanästhesie fast völlig schmerzfrei. Falls Sie aber Bedenken haben, können wir den Eingriff natürlich auch unter einer Narkose/Sedoanalgesierung durchführen.

Dr. Heribert Schorn, Kompetenz

In unserer Praxis wird die Sterilisationsvasektomie des Mannes nach einer modifizierten "non scalpel vasektomy"-Technik durchgeführt. Sie werden bei uns ausschließlich von Dr. med. Heribert Schorn operiert. Wie Sie seinem Lebenslauf entnehmen können, war er vor der Niederlassung jahrelang als Assistenzarzt und zuletzt als leitender Oberarzt tätig. Seit der Niederlassung in Göttingen 2004 hat er mehr als 700 Sterilisationsvasektomien in der Praxis durchgeführt (Stand Oktober 2017).

Wer für uns spricht - Unsere Referenzen

Wir werden von unseren Patienten regelmäßig im Internet bewertet. Schauen Sie deswegen gerne unter unserem Namen auf Bewertungsportal jameda.de oder bei den original "GOOGLE Bewertungen" nach. Auch auf dem Bewertungsportal Docinsider.de werden Sie auch einige Bewertungen zum Thema Sterilisationsvasektomie finden. Leider gibt es dort noch keine Suchfunktion, so dass Sie sich ein bisschen durcharbeiten müssen.

Falls Sie von weiter her anreisen

Sie kommen von weiter her und würden gerne vor und/oder nach der Operation in der Nähe bleiben? Wir kooperieren mit einigen Hotels unterschiedlicher Preisklassen und können Sie auf Wunsch weiter vermitteln. Bitte informieren Sie uns früh genug über einen solchen Wunsch.

Gründe, weshalb wir Sie nicht operieren können

  • Schwere gefährliche oder unbehandelte Erkrankungen
  • Einnahme von Blutgerinnungshemmenden Medikamenten (ggf. nach Absprache möglich)
  • Uns liegt keine mindestens 72 Stunden zuvor unterschriebene Aufklärung vor.
  • Eine oder beide Hoden befinden sich im Leistenkanal. (Das sollten Sie immer unbedingt beheben lassen.)
  • Wasserbruch (Hydrozele) des/r Hoden(s)
  • Leistenbruch/Hodenbruch, der das Operationsgebiet beeinträchtigt
  • Extreme Narben im Operationsgebiet
  • Bekannte ausgeprägte Allergien auf verwendetes Material oder Medikamente
  • Unbehandelte (ansteckende) Hauterkrankungen im Operationsgebiet
  • Psychische Erkrankungen, die eine Lokalanästhesie nicht sinnvoll erscheinen lassen
  • Patienten, die unter medizinischer Betreuung anderer stehen
  • Wenn Sie uns nicht von Ihrer Absicht/Hintergrund überzeugen können
  • Mangelnde Kooperation
  • Ein Anspruch auf eine Operation besteht nicht. Falls wir Bedenken haben, können wir auf eine Operation verzichten.
  • Sollten Sie am Tag der Operation erkrankt sein (Fieber etc.), werden wir sicherheitshalber den Operationstermin verschieben, bis es Ihnen wieder besser geht.
  • Haben Sie direkt vor der Operation doch noch Bedenken, werden wir keine Operation durchführen und Sie die Sache nochmals überdenken lassen.

Übliche Vorbereitung für den Eingriff

Wir geben Ihnen bei der Vorbesprechung Informationsmaterial mit.

Sie sollten das OP-Gebiet am Abend vor der OP großzügig rasieren. Bitte keine Enthaarungscreme verwenden. Bei Problemen rasieren wir, bevor es eine Selbstverstümmelung gibt, selber am OP-Tag nach. Bringen Sie keine Angst und gute Laune mit. Sie dürfen auch gerne einen MP3-Player mit Kopfhörer mitbringen.

Falls keine Narkose durchgeführt werden soll, können Sie am Morgen des OP-Tags frühstücken, bitte aber nur leichte Kost. Sie können sich für die Wartezeit nach dem Eingriff gerne etwas zu essen mitbringen. Mit den üblichen Getränken (Kaffee, Tee, Wasser) werden wir Sie versorgen.

Die Anwesenheit von Begleitpersonen bei der Operation ist aus sicherheitstechnischen und hygienischen Gründen nicht möglich.

Nach dem Eingriff

Nach dem Eingriff werden wir Sie noch ca. 2 Stunden in der Praxis beobachten und Sie dann nach einer abschließenden Untersuchung nach Hause lassen. Eine Krankschreibung (AU) für den Tag der Operation ist möglich. Auch wenn nach der Operation keine Schmerzen mehr auftreten, sollten Sie auf größere körperliche Belastungen in den ersten Tagen nach der Operation verzichten.

Noch eine Kleinigkeit

Obligatorisch muss ich an dieser Stelle (sonst gibt es böse Leserbriefe) darauf hinweisen, dass eine Sterilisationsvasektomie nur vor ungewolltem Nachwuchs, nicht jedoch vor Geschlechtskrankheiten schützt. Vor letzterem schützen den Mann nur ein Kondom und seine Vernunft.

Interessiert an einem Termin zur Vorbesprechung? weiter...

Wie finden Sie uns vor Ort?

Alle Informationen finden Sie hier.

Leitfaden "Vasektomie" zum Download

Leitfaden "Vasektomie - Eine gute Lösung bei abgeschlossener Familienplanung": Informationen für Patienten als PDF (162 KB) zum Download

Weitere Informationen: Zeitungsartikel und Video

Einen aktuellen Zeitungsartikel von Dr. Schorn zu dem Thema können Sie hier als PDF herunterladen.

Für die "hartgesottenen" Interessenten möchte ich auf ein Video meiner befreundeten Kollegen Münch, Kreutzig und Häckländer aus Freiburg bei YouTube verweisen. Herr Dr. Hackländer und ich haben in unserer gemeinsamen Zeit am Klinikum Bamberg sehr häufig - und oft gemeinsam - diese Operation durchgeführt, so dass dieses Video der bei uns durchgeführten modifizierten "non-scalpel-vasektomy" sehr nahe kommt.

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Stand: 2. Januar 2016